
Das Territorium der Republik Tadschikistan (143,1 Tausend km2) erstreckt sich von Osten nach Westen und die Konturen ihrer Grenze wiederspiegeln die Geschichte und geographische Besonderheiten der Siedlungen des tadschikischen Volkes in der Tiefe des riesengroßen euroasiatischen Kontinents. Das Land verfügt über einen einzigartigen Komplex an historischen, archäologischen, architektonischen Natur- und Gedenkstätten, sowie Befunde der Stadtbaukultur und Monumentalkunst, die tiefedringende Prozesse der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen der Völker abspiegeln.
Von Anfang der Herausbildung der Zivilisation und des Staatswesens an war das Territorium des heutigen Tadschikistans ein Schnittpunkt der Wirtschafts- und Handelsinteressen, der gegenseitigen Durchdringung von Kultur- und Nationalwerten, das Schlachtfeld der blutigen Kämpfe. Es hat jedoch seine nationale Eigenart und Kultur bis zum heutigen Tag bewahrt.
Die Geschichte des tadschikischen Volkes nimmt ihren Ursprung von den Anfängen der menschlichen Zivilisation. Antike Funde, die infolge der Ausgrabungen auf dem Territorium des heutigen Tadschikistans entdeckt wurden, bestätigen die Tatsache, dass die Menschen noch zur Jungsteinzeit auf diesem Land beheimatet waren.
Die Entdeckung der ersten Artefakte der Steinzeit im Jahre 1956 war sensationell. Auf dem Territorium des Landes wurden 60 Ausgrabungsstellen mit Steinwerkzeugen und anderen landwirtschaftlichen Instrumentarien aus der Steinzeit registriert.
Bei den Ausgrabungen der Siedlungen, die sich in den schwerzugänglichen Gebirgsregionen auf einer Höhe von 4200 Meter über dem Meeresspiegel befinden, wurden über 10 000 Artefakte der Steinzeit gefunden. Diese Werkzeuge wurden in den VIII-V Jahrtausenden v. u. Zt. verwendet.
Die Petroglyphen auf Felsen und Steinen mit Darstellungen von Tieren, Menschen oder einer ganzen Komposition gehören zu einem besonderen Forschungsbereich der tadschikischen Archäologie. Mittlerweile sind über 10 000 Petroglyphen auf Felsen entdeckt worden.
Die Berge und Täler Tadschikistans und die Völker, die dieses Territorium besiedelten, wurden bereits in den antiken Quellen von Plinius und Ptolemäus erwähnt. Auch der venezianische Forscher Marco Polo hat in seinen Memoiren über Pamirreisen von der Existierung dieses Landes und dessen Menschen berichtet.
Anfang des IX. Jahrhunderts beginnt die Herausbildung des Nationalbewusstseins, der Sprache und Kultur. Es entstehen die ersten staatlichen Gebilde der Tadschiken, von welchen der Staat der Samaniden mit dem Hauptsitz in Buchara am mächtigsten war. Sein Begründer war Ismoili Somoni aus der Samanidendynastie. Die damaligen Aufzeichnungen von mehreren Gelehrten und Reisenden zeugen von einer hochentwickelten Struktur des Staates, die ihrer Zeit deutlich voraus war.
Die Tadschiken haben durch ihre Vertreter in Bereichen Wissenschaft, Philosophie, Literatur und Bauwesen einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Entwicklung der gesamten Zivilisation geleistet. Als Beispiele seien die Dichtung des Begründers der persisch-tadschikischen Literatur Abu-Abdulla Rudaki, der Nationalepos „Schoh- noma“ von Firdousi, der die legendäre Geschichte von Persern und Tadschiken schildert, und das wissenschaftliche Traktat „Kanon der medizinischen Wissenschaft“ von Abu Alu ibn Sina (Avicenna) erwähnt, welcher in den medizinischen Lehranstalten Europas jahrhundertenlang als Hauptleitfaden der Medizin galt.
Die Gelehrten Al Choresmi, Al Farabi und Abu Rayhan Biruni, solche hervorragenden Vertreter der Weltdichtung wie Khayam, Rumi, Saadi, Hafiz, Djami und Meister der Borbad-Kunst, Moni, Behzod, die von Goethe als große Sterne im Himmel der Weltdichtung bezeichnet wurden, waren weit über die Grenzen von Soghd, Chorasan und Mowarounnahr (das Hauptterritorium des heutigen Zentralasiens) berühmt.

Die alten kulturellen und handwerklichen Traditionen werden in den Städten Khudjand, Istaravschan, Pendjikent, Kuljob von Generation zu Generation weitergegeben. Es sind die ganzen Handwerkerdynastien erhalten, z.B. Seiden- und Batikhersteller, Besticker von Nationaltrachtmützen, Weber, Juweliere, Kaltwaffenhersteller und Keramikhersteller, deren Erzeugnisse in der ganzen Welt bekannt sind. Der Ethnotourismus ist unter den Besuchern dieser alten Städte besonders populär, sie haben dabei die Möglichkeit, hiesige Traditionen und Kultur kennen zu lernen und sogar die alten handwerklichen Grundtechniken zu erlernen.
Den Kajrakkum - Wasserspeicher nennt man Tadschikisches Meer. Es liegt östlicher von Khudjand und entstand nach dem Bau von einem Wasserkraftwerk auf dem Fluss Sirdarjo. Auf seinen Ufern, mitten in den Obstgärten, sind mittlerweile Kuranstalten und Campingplätze entstanden, die ein weiterer Anziehungspunkt für Touristen sein kann.
In den 13 staatlich festgelegten Naturschutzgebieten wie „Sorkul“, „Romit“, „Mozkul“, „Daschti djum“ und im Nationalpark Tadschikistans sind einzigartige Landschaften und Naturstätten erhalten. Seltene Pflanzen und Tiere, die in das Rote Buch eingetragen sind, wurden hier erhalten. Insgesamt werden in Tadschikistan 84 Arten von Säugetieren, über 365 Vögelarten, 49 Reptilienarten, etwa 52 Fischarten und über 10.000 Sorten der Insekten gezählt. Die Pflanzenwelt von Tadschikistan zählt über 5.000 Arten von höheren Pflanzen. Das Territorium des Nationalparks von Tadschikistan beträgt 2,6 Mio. Hektar, und damit 18% des Landesterritoriums. In den letzten Jahren ergreift die Direktion des Nationalparks Maßnahmen, die auf eine breitere Entwicklung von Ökotourismus und Verbesserung der Umweltsituation in Pamir abzielen.
In der Republik Tadschikistan funktionieren 125 touristische Einrichtungen, darunter 51 Hotels, 9 Kuranstalten und mehrere Erholungshäuser und Touristenstützpunkte. Die meisten Hotels befinden sich in den Städten Duschanbe, Khudjand, Kurghon-Teppa, Kulob und Khorogh.
Tadschikistan besitzt drei internationale Flughäfen in Duschanbe, Khudjand und Kulob. Drei Eisenbahnlinien durchqueren die Republik von Westen nach Osten und verbinden zentrale, nördliche und südliche Regionen der Republik.

Fon - Gebirge genießt besondere Popularität unter Touristen und Alpinisten. Es liegt zwischen Zerafschan und Gissar Bergkämmen von Kschtutdarja bis Fon Darya. Von allen hochalpinen Gebirgen des Landes ist Fon - Gebirge am besten zugänglich für die Touristen. In seinem Steindickicht liegt der Iskanderkul-See und erweckt den Eindruck eines blaugrünlichen Spiegels. Das ist der größte See in Fon -Gebirge. Er breitet sich auf der Höhe von 2.200 m über dem Meeresspiegel aus. Ein schöner Anblick für Touristen ist der Nebel, der sich langsam von der Fläche des Sees abhebt. Am Seeufer in der 160 km-Entfernung von Duschanbe liegt der Touristenstützpunkt „Iskanderkul“. Der Weg zu dem Stützpunkt geht durch die wunderschönen Gebirgsschluchten von Fon Darya, Jaghnob, Iskanderkul mit Autos gemacht. Die Farbgebung der Berge ist faszinierend. Man trifft auf dem Weg zum Stützpunkt bunte, rote oder lilafarbige Berge. Die Gebirgsschlucht von Iskandar Darya nennt man auch die Gebirgsschlucht der bunten Felsen, die wie phantastische Schlösser zum Vorschein kommen.
Es gibt auch viel Interessantes im Süden Tadschikistans zu entdecken. Kulob zählt zu einer der ältesten Städte Zentralasiens und hat im Jahre 2006 sein 2700. Jubiläum gefeiert, was zu einem bedeutenden Ereignis für das ganze Land wurde.
Die tadschikischen Archäologen haben nicht weit von Verwaltungsbezirk Baldjuvon Artefakte gefunden, die zu den ältesten archäologischen Funden Zentralasiens gehören. Die infolge der Ausgrabungen entdeckten Gegenstände werden auf 850 Tausend Jahre bemisst. Unweit von der Berghöhle Ogiskitschik wurden einzigartige Neandertalerstationen entdeckt.
Die Sehenswürdigkeiten in der schönen Umgebung von altem Chutal (heute Kulob) stellen ein großes Interesse für die ausländischen Touristen dar. Der Berg Khodsha Mu´min ist eine einzigartige Naturstätte. Er besteht ausschließlich aus buntem Salz mit unterschiedlichen Farbtönen von strohgelb und gräulich, über bläugrün bis rosa. Die Salzvorräte dieses Berges könnten die Menschheit über mehrere Jahrhunderte hinweg mit Salz versorgen. Die Berghöhlen von Khodsha Mu´min stellen ein weiteres Naturwunder dar. Sie sind durch ihre Musikalität berühmt. Die wundersamen Musikklänge werden vom Wind erzeugt, der lange und dünne, am Eingang der Berghöhlen herabhängende Stalaktite bewegt, als wären sie Klaviertasten. Eine weitere Sehenswürdigkeit von Kulob stellt das Mausoleum von Mir Sayid Ali Hhamadoni dar, das zu einer Pilgerstätte vieler Nachfolger des herausragenden Denkers des IV. Jahrhunderts und seiner Sufi-Lehre wurde.
Zum heutigen Zeitpunkt verfügt Tadschikistan über ein konkurrenzfähiges Tourismusnetz, es gibt über 50 Tourismusunternehmen. Die Regierung des Landes hat beschlossen, die Visumerteilung zu vereinfachen und somit bei der Förderung des internationalen Tourismus einen Schritt weiter gehen. Visumsanträge werden nun innerhalb von 3 Tagen bearbeitet. Weiterhin hat die Regierung des Landes die Bezirke Warzob, Baldshuwon und Romit zu offiziellen Kurort und Erholungsorten erklärt, was für die Wiederbelebung der Touristenbranche von Vorteil ist. Zum heutigen Zeitpunkt wurden in der Republik etwa 65% der touristischen Einrichtungen wiederaufgebaut und etwa 35 Erholungsorte neuaufgebaut. Damit werden gute Voraussetzungen für die Entwicklung des internatonalen Tourismus geschaffen. Es entstehen neue Arbeitsplätze und die Branche wird attraktiv für neue Investitionen.
Man sollte nach Tadschikistan reisen, um die Vielfalt und die Einzigartigkeit Asiens zu erleben. Man sollte Tadschikistans prachtvolle Basare mit ihrer Fülle von Obst und Gemüse besuchen, durch die historischen Straßen der Altstädte spazieren, in den mit Ornamenten verzierten Teestuben einen duftenden grünen Tee trinken, mit Menschen sprechen, ihre Traditionen und Kultur kennen lernen und so die Gutmütigkeit, die Größe und die Weisheit unseres Volkes entdecken. |