25.07.2007 Im Rahmen der Veranstaltungen zu zehnjähriger Unterzeichnung des Friedensabkommens in Tadschikistan hat die Deutsch-Tadschikische Gesellschaft gemeinsam mit der Botschaft Tadschikistan in der Bundesrepublik Deutschland am 25. Juli 2007 eine Ausstellung der tadschikischen angewandten Kunst unter dem Titel „Susani-eine altertümliche Kunst Zentralasiens“ eröffnet. Die Ausstellung dauert bis 24. August.
Der Name ist aus der persischen Sprache entlehnt (suzani = Nadel) und wurde zum Sammelbegriff für feine Stickerei- bzw. Nadelarbeiten im zentralasiatischen Raum. Der Begriff „Suzani“ ist einem Europäer so gut wie unbekannt und gibt daher auch nicht sofort Auskunft über seine östliche Herkunft. Dabei fragt sich, was noch „östlicher“ sein könnte, als ein Suzani? Bereits in den alten Zeiten hat man im Territorium der zentralasiatischen Republiken Suzanis in verschiedenen Größen handgefertigt. Je nach dem, ob sie in Tadschikistan, Turkmenistan, Kirgisien oder Usbekistan hergestellt wurden, bekamen sie einzigartige landestypische Merkmale. Ein Susani, das gewöhnlich in ausgeklügelten Dessins gestickt wird, ist ein Wandbehang aus Baumwollstoff, Seide oder Samt. Sie wurden während der Feierlichkeiten in den Häusern als Schmuckausstattung gehängt und hatten eine rituelle Bedeutung. Sie sollen das Haus und dessen Bewohner von den bösen und unerwünschten Kräften schützen. Diese rituelle Funktion hat sich bis in den 19-er Jahrhundert bewahrt. Im Zentrum eines solchen Susanis steht ein Durchgang, gestickt in Form einer Tür. Hinter einem Suzani quartiert das frisch verlobte Paar am Hochzeitsabend. Das auf dem Suzani mit bunten Faden gestickte Tür symbolisiert den Eingang in ein neues Leben.
Die erste Ausstellung der Suzani in Deutschland wurde 1981 organisiert. Damals hat der deutsche Sammler Peter Bausbach seine Suzanisammlung in Mannheim ausgestellt.
In der Ausstellung der Deutsch-Tadschikischen Gesellschaft, die mit Unterstützung der Friedrich Naumann Stieftung organisiert wurde, wurden die Suzanis aus Duschanbe, Chudschand und Istarawschan ausgestellt. Ausgestellt wurden auch die Handarbeiten der Kenner und Suzaniexperte Swetlana Frank (Tursunowa), die zur Zeit in Berlin lebt.
Die Ausstellung befindet sich in den Räumlichkeiten des Spittelkolonaden Clubs auf der Leipziger Str. 47, 10117 Berlin und kann bis 24. August 2007 kostenlos besucht werden.
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