Die Energiewirtschaft ist der ganze Stolz des Landes. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Volkswirtschaftszweige Tadschikistans und deren Standortfestlegung. Nach Einschätzungen der einflussreichen Ausgabe „Atlas der Weltwasserenergie“ HYDROPOWER & DAMS nimmt Tadschikistan nach den Wasserenergieressourcen den achten Platz in der Welt (nach China, Russland, USA, Brasilien, Sair, Indien und Kanada) und innerhalb der GUS Staaten den zweiten Platz. Die Gesamtkapazität der zurzeit funktionierenden Wasserkraftwerke beträgt 44 22 000 Kw/h, 2002 wurde 15302 Million kW/h Strom hergestellt.
Dank der günstigen Möglichkeiten und Wasserenergieressourcen entwickelt sich dieser Wirtschaftszweig im schnellen Tempo und hat viel versprechende Perspektive.
Nach den durchgeführten Berechnungen, die 511 Flüsse mit je 10 km Mindestlänge berücksichtigen, kann man mit dem vorhandenen Wasserenergiepotenzial Tadschikistans 300 Milliarden kW/h Strom erzeugen. Bei der vollständigen Nutzung der Reserven könnte die Republik zu dem wichtigsten Stromexporteur der Region werden.
Heutzutage sind zahlreiche große, mittlere und kleine Wasserkraftwerke in Betrieb:
| Wasserkraftwerke |
Leistungen laut dem Projekt |
Standort |
in Betrieb gesetzt |
| Kapazität kW/h |
Durchschnitts
kapazität pro Jahr in
(Mln kWt/h)
|
Zahl der Turbinen |
| Warsobi Bolo |
7,2 |
54 |
2 |
Warzob |
1937 |
| Warsobi Poyon |
14,4 |
93 |
2 |
1949 |
| Warsob |
3,5 |
23 |
2 |
1952 |
| Qayroqum |
126 |
688 |
6 |
Syr-Darjo |
1956 |
| Prepadnaja |
29,45 |
248 |
3 |
Wachsch |
1958 |
| Golownaja |
210 |
1060 |
6 |
1962 |
| Markasi |
18,6 |
114 |
2 |
1964 |
| Norak |
2700 |
10500 |
9 |
1972 |
| Bojghosi |
600 |
2700 |
|
1986 |
|
Die Mini-Wasserkraftwerke haben soeben große Perspektive, deren Kapazität heutzutage über 30 mW/h betragen.
Das Duschanbeer Wärmekraft- und Fernheizwerk (mit einer Kapazität von 198 Megawatt) und das Yawans Fernheizkraftwerk (120 Megawatt) werden mit Erdgas und Heizöl betrieben, was aus der ökologischen Sicht und im Vergleich zu Fernheizkraftwerken, die mit Kohle betrieben werden, relativ harmlos ist. Solche Fernheizkraftwerke und auch welche, die mit Diesel betrieben werden, gibt es in Tadschikistan 49, die insgesamt 355 Tausend kWt Strom erzeugen.
Die Hauptstromverbraucher sind Industrie- und Bauunternehmen, Autotransport, Wohnung- und Haushaltssektoren. Die Verbrauchstruktur von Stromreserve in Tadschikistan hat sich in den letzten Jahren bedeutend geändert.
Tadschikistan leidet an Stromdefizit. Dies ist insbesondere in Winterzeit der Fall, wenn das Wasser im größten Wasserreservoir der Republik sinkt. 85% seines Strombedarfs im Norden deckt Tadschikistan mit dem Transitstrom, aus Usbekistan zu.
Im Jahre 1979 wurde das größte Wasserkraftwerk Nurek in Kraft gesetzt. Neben dem Nurek wurde auch auf dem Fluss Wachsch das Baypazi-Wasserkraftwerk errichtet und gleichzeitig die Aufbauarbeiten auf den Wasserkraftwerken Roghun und Sangtuda aufgenommen. Gegenwärtig sind 25 Mini-Wasserkraftwerke in Betrieb. In der nahen Zukunft ist der Bau von 10 weiteren Wasserkraftwerken mit geringer Kapazität auf den Bergregionen vorgesehen. Ungeachtet der bedeutenden Energieressourcen hat das Land Stromdefizit in Höhe von bis zu 600 Millionen kWatt die Stunde im Jahr. Dieser Versorgungsengpass lässt sich hauptsächlich im Winter merken. Das Defizit wird gewöhnlich mit Hilfe der Nachbarländer Turkmenistan, Usbekistan und Kirgisien zugedeckt. Einige großen Wasserkraftwerke sind gerade dabei, fertig gebaut zu werden. Dazu gehört das WKW-Sangtuda 1 mit einer Kapazität von 670 Megawatt, das WKW-Sangtuda 2 mit einer Kapazität von 220 Megawatt und das WKW Kofarnihoni Poyon.
Im Bereich der Energiewirtschaft arbeitet Tadschikistan mit vielen Ländern zusammen, darunter auch mit Bundesrepublik Deutschland. Der Staatsminister Gernot Erler betonte während seines Besuchs in Duschanbe, dass seine Regierung Tadschikistan beim Ausbau seiner Energiewirtschaft weiterhin unterstützen wird. Auch während der Regierungsverhandlungen zwischen Tadschikistan und Deutschland wurden diesem strategisch wichtigem Wirtschaftszweig neue Zuschüsse zugesagt. |